Falko Götz

Fußballtrainer

Zweites Spiel, erster Nackenschlag

Das ist sie also, die erste Turnierniederlage. Was mir nach dem 1:2 gegen Kroatien zuerst sauer aufstößt, ist die Art und Weise wie dieser Misserfolg zustande kam. Es muss doch jedem klar gewesen sein, dass dieses Team aus Kroatien, zumal gespickt mit etlichen Bundesligaprofis, gerade gegen Deutschland alle Kräfte mobilisieren wird und hoch motiviert ans Werk geht. Da wundert es mich schon, weshalb wir vor allem zu Beginn des Spiels nicht in der Lage waren dagegen zu halten und es nicht geschafft haben diesen Gegner mit seinen eigenen Waffen in Schach zu halten.
Haben etwa all die Lobeshymnen nach dem Polenspiel dazu geführt, dass man sich überlegen gefühlt hat, die letzten Prozentpunkte der eigenen Leistungsstärke nicht abrufen konnte?

Ein Blick auf die Statistik des Spiels zeigt, dass die Kroaten mehr gelaufen sind, mehr Zweikämpfe gewonnen haben – anders ausgedrückt: Sie hatten mehr Biss, mehr Herz, mehr Entschlossenheit. Mir persönlich ist aufgefallen, dass es dem deutschen Spiel bis zur Einwechslung von Bastian Schweinsteiger an Kreativität gefehlt hat. Da schien wenig geplant, fehlte ein spielerisches Konzept. Gut möglich, dass die Sperre von Schweinsteiger uns im nächsten Spiel härter trifft als es derzeit vermuten lässt. Und wenn man weiß, mit welch großem Aufwand und Engagement man das Thema Fitness der Nationalmannschaft vorangetrieben hat, dann wundert es mich schon sehr, dass wir bereits im zweiten Spiel nicht in der Lage waren, einem solch einsatzfreudigen Team wie Kroatien Paroli bieten zu können, seine vermeintlich konditionelle Überlegenheit abrufen zu können. Um es auf den Punkt zu bringen: Dieses Auftreten kann den hohen Anforderungen an ein deutsches Team nicht gerecht werden.

Dennoch: Allen Kritikansätzen zum Trotz sollte man aber nicht verschweigen, dass das 1:2 einiges zu bieten hatte und sich gewiss nicht dafür eignet, jetzt einen Verriss zu starten oder gar alles schlecht zu reden was noch ein Spiel zuvor in den Himmel gelobt wurde. Wir werden jetzt eben ein Endspiel in Wien haben, den Klassiker Österreich gegen Deutschland. Und ich habe das Glück, eine Karte für dieses Spiel zu besitzen, werde also im Prater-Stadion sitzen und mir das alles vor Ort anschauen.

Nein, nicht in Ruhe, sondern volle Pulle mitten im Pulk der Fans. Bewaffnet mit viel Optimismus, der Hoffnung auf ein gutes Spiel – und mit meiner Digi-Kamera. Mal schaun, ob ich da ein paar vernünftige Fotos zustande bringe die ich euch dann gern an dieser Stelle hier präsentiere.

Bis dahin beste Grüße, euer

Falko

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